Holzmarkt November 2008 von DI Herbert Stummer, 2008-11-28
Die weltweite Finanzkrise hat zu einer Rezession in zahleichen Staaten und Wirtschaftsräumen geführt. Dadurch sind auch insbesondere die Export orientierten Sparten -dazu zählt der gesamte Holzbereich- negativ betroffen. Nicht nur in Österreich geht eine Periode starken Wachstums in der Bauwirtschaft zu Ende. Nach Prognosen von Wirtschaftsforschungsinstituten wird dieses im Jahr 2009 sehr gering ausfallen bzw. stagnieren. Dadurch wird sich der Schnittholzverbrauch zumindest für das nächste Jahr deutlich reduzieren.
Die Österreichische Sägeindustrie produziert aufgrund der anhaltend schwierigen Marktlage weiterhin auf deutlich reduziertem Niveau und stellt weitere Produktionsrücknahmen in Aussicht. Die Nachfrage nach Nadelsägerundholz ist uneinheitlich. Einerseits artikulieren einzelne Werke eine vorübergehende Rücknahme des Holzeinkaufes, andererseits ist eine zunehmende Nachfrage nach Holz aus frischem Einschlag gegeben, um Nischenmärkte bedienen oder Marktanteile halten zu können. Die Versorgung der Sägewerke ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Die Sägerundholzpreise sind stabil. Im Westen Österreichs liegen diese -beeinflusst durch das höhere Preisniveau in Bayern- teilweise deutlich über jenen in den östlichen und südlichen Bundesländern. In Niederösterreich ist Kiefernblochholz aller Dimensionen zu Vorjahrespreisen gut absetzbar.
Der Absatz von Laubsägerundholz gestaltet sich für die Jahreszeit als ungewöhnlich schwierig. Nachfrage nach Rotbuche ist kaum gegeben. Als Nischensortiment sind lediglich kernige Buche und auch Esche absetzbar. Die im Vorjahr noch rege nachgefragte Eiche bleibt hinter den Erwartungen zurück. Lediglich Pappel guter Qualität findet derzeit einen entsprechenden Absatz. Buntlaubholz wird primär für die im Jänner durchgef?hrten Laubholzsubmissionen der Waldverbände erzeugt. Die Nachfrage nach dem bislang immer sehr gut bebotenen Ahorn ist jedoch rückläufig.
Die Papier- und Plattendindustrie ist weiterhin ausreichend mit Faserholz bevorratet und es wird noch einige Zeit dauern, bis die Trockenlager in den Sturmschadenszentren abgebaut sind. Beim Rotbuchen-Faserholz ist auf längere Zeit mit keiner Verbesserung der Absatzmöglichkeiten zu rechnen. Die Nachfrage nach Schleifholz ist weiterhin verhalten. Aufgrund des deutlich besseren Preisniveaus fließt dieses Sortiment in den Grenzregionen daher nach Bayern ab.
Der Absatz von Energieholz läuft problemlos und mit hoher Kontinuität. Die Nachfrage nach allen Sortimenten hat sich weiter belebt. Die KWK-Anlagen laufen im Vollbetrieb.
Alle Bestände sind weiterhin auf Borkenkäferbefall zu kontrollieren. Dieses Holz ist vordringlich aufzuarbeiten.
(Quelle: Marktbericht 11/2008 der LWK Österreich)
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